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Felsegg: Ein ganz besonderer Ort

Elegant schwingt sich Robert Maillards Brücke über die Thur. Gleich daneben die Brübacher-Brücke, die Autobahnbrücke, ein Naturschutzgebiet, eine wildromantische und zuweilen gefährliche Flusslandschaft mit Wasserfall und Prallhang. Die Felsegg: Eine geschichtsträchtige Ecke, eine Ecke im Wandel. Und eine Ecke mit Potential.

Wer von Zuzwil her Richtung Henau fährt, dem fällt sie auf, bevor sie von den schmucken neuen Mehrfamilienhäusern abgelöst wird: Eine nicht gerade schön anzuschauende Mondlandschaft auf der linken Seite. «Ein Schandfleck» meint eine Passantin mit Hund. Baustellenmaterialien türmen sich, Aufschüttungen und nackte Erde prägen das Bild, «Zani» und «Mahler» sind auf Gerätschaften und Containern zu lesen.

Bewilligt
«Das Areal ist seit ewigen Zeiten eingezont. Im Januar 2019 hat die Gemeinde das Baugesuch für Geländeaufschüttungen und einen Lagerplatz für Baumaterialen, Geräte und Maschinen bewilligt, nachdem die kantonalen Fachstellen dem Bauvorhaben zugestimmt haben. Auf dem Areal sollen dereinst Werkhöfe der Firmen Mahler und Zani entstehen», erklärt Christoph Paly, Leiter Bau der Gemeinde. Glücklich mit der aktuellen Situation dort ist man im Gemeindehaus nicht. Man wünscht sich eine andere Visitenkarte am Dorfeingang. Das ist aber grundsätzlich die Sache der Grundeigentümer. Was nicht ist, kann noch werden.

Mensch und Natur
In der Felsegg offenbart die Thur einen ihrer schönsten Abschnitte. Kraftvoll hat sie im Verlaufe der Zeit den Prallhang erodiert, gleich anschliessend tost sie über den Wasserfall. Und diese Kraft war es denn auch, welche die Menschen in die Felsegg brachte. Die Nachkommen des Uzwiler Industriepioniers Matthias Naef machten sich die Wasserkraft der Thur nutzbar. Sie bauten 1865 von der Gill gegen die Brübacherbrücke einen 600 Meter langen Kanal und 1868 in Brückennähe eine grosse Weberei mit 200 Buntwebstühlen und mit verschiedenen Nebenzweigen der Baumwollverarbeitung. Kraftwerkgebäude und Fabrik sind stille Zeugen dieser Zeit. Dadurch wurde es lebendiger in dieser nördlichsten Ecke der Gemeinde. Während vorher ausserhalb des Dorfkerns von Henau gegen Norden kein Haus stand, dehnte sich das Dorf in diese Richtung aus und verband sich allmählich mit der Industriesiedlung Felsegg.

Brübacherbrücke
Zwischen menschlichen Siedlungen entstanden im Verlaufe der Zeit Verbindungswege. Die grössten Schwierigkeiten bildeten Bäche und Flüsse. Das vergessen wir zuweilen, wenn wir automobilisiert und mühelos in der Gegend unterwegs sind. Ohne Brücken wars früher schwierig. Seit jeher wichtig war die Brübacherbrücke. Auf dem Lauf der Thur zwischen Schwarzenbach und Bischofszell war sie lange Zeit die einzige Brücke. Entsprechend hoch war ihre Bedeutung. Und gross waren die Umwege, die Thur zu queren. Die Brücke bestand wohl schon lange vor der Ersterwähnung von Henau im Jahr 754. Während den Pestzügen standen Wachen an der Brücke, um das Böse fernzuhalten. 1712 schliesslich stand die Brücke als strategisch wichtiger Ort mitten im Kriegsgeschehen. «…in der Nacht vom 20. auf den 21. April rückten 400 Toggenburger heran und nahmen die Brücke unter Feuer. Der Kampf war hart und dauerte über drei Stunden.» Tote auf beiden Seiten waren zu beklagen. Um 10 Uhr nachts stand die Brücke lichterloh in Flammen, das Dorf Henau wurde geplündert.

Neuer Fussweg?
Die natürliche Flusslandschaft in der Felsegg ist einmalig, entlang des Flusses erstreckt sich ein Auenschutzgebiet von nationaler Bedeutung. Die Gemeinde befasst sich intensiv damit, wie die Besucherlenkung im Gebiet künftig erfolgen kann, damit Freizeitnutzungen und die Natur aneinander vorbeikommen. Ein Aspekt daraus: Die Gemeinde prüft, ob und wie eine neue und sichere Fusswegverbindung von der Brübacherbrücke entlang von Fluss und Wasserfall auf das obere Geländeniveau möglich ist. So könnte die wilde Schönheit der Natur von gesichertem Weg aus noch mehr erlebbar werden. Das Vorhaben ist anspruchsvoll und braucht schlussendlich die Zustimmung des Bundes. Sie wird es nur geben, wenn im Gegenzug Natur im Gebiet aufgewertet wird.

Fussgängerübergang
Auch sonst sind Verbindungen ein wichtiges Thema in der Felsegg. Voraussichtlich nächstes Jahr baut der Kanton einen gesicherten Fussgängerübergang über die Zuzwilerstrasse, im Bereich zwischen der Weberei- und der Felseggstrasse. Ein altes Anliegen der Bewohnerinnen und Bewohner der Felsegg biegt damit auf die Zielgerade ein. Im selben Zug werden auch die Postautohaltestellen versetzt. Und aufgrund eines Inputs an der letzten Bürgerversammlung prüft die Gemeinde, ob die Haltestellen mit Wartehäuschen versehen werden.

Radverbindung
Die Gemeinde studiert auch Möglichkeiten, die Radwegführung neu zu gestalten. Die Veloroute von Schweiz Mobil führt in der Felsegg auf der Strasse Richtung Zuzwil, um dann rechts Richtung Gillhof von der Strasse abzugehen. Sie unterquert dann nach einem Linksschwenker die Zuzwilerstrasse und folgt dem Lauf der Thur, unterquert auch die Autobahn. Kommt die regionale Kläranlage in Niederuzwil zustande, brauchts eine Transportleitung von Zuzwil Richtung Niederuzwil. Sie wird im Bereich Gill die Thur «in der Luft» queren. Untersucht wird, ob diese Leitungsquerung als Langsamverkehrsbrücke aufgewertet werden kann, um neue Verbindungen zu ermöglichen. Und geprüft wird auch, ob die Radwegführung in Richtung Zuzwil auf einem neuen Trassee von der Strasse Felsegg-Zuzwil links weggehen kann, um direkt Richtung Gillhof zu gelangen. Verschiedene dieser Zukunftsprojekte sind Gegenstand des Agglomerationsprojektes. Und so werden auch in den nächsten Jahren neue Kapitel dieses geschichtsträchtigen Ortes geschrieben.



Datum der Neuigkeit 14. Dez. 2020