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15.04.2026
Allgemein
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Vegetationszeit und Rücksicht

Die Vegetationszeit ist in vollem Gange. Das Nebeneinander von Natur, Wildtieren, Hunden, Spaziergängern, Freizeitsportlerinnen und Landwirtschaft ist mit gegenseitiger Rücksichtnahme und Respekt nicht schwierig.

Frühlingszeit ist auch Setzzeit. Die Rehe bringen ihre Jungen zur Welt. Freilaufende Hunde können sie leicht aufspüren, verletzen oder gar töten. Deshalb sollten Hundehalterinnen und Hundehalter ihre Vierbeiner bis Ende Juni draussen in der Natur an der Leine führen.

Die Wiesen wachsen und gedeihen, das frische Blattwerk der Bäume spriesst, die Blüte der Obstbäume beginnt. Viele Menschen nutzen die Frühlingstage für Spaziergänge im Grünen, fürs Joggen oder Biken. Hundehalterinnen und Hundehalter sind jeden Tag in der Natur unterwegs. 

Dankeschön
Die meisten verhalten sich korrekt. Wissen, dass die Flächen links und rechts vom Weg von den Landwirten für die Nahrungsmittelproduktion genutzt werden, schätzen selber einwandfreie Lebensmittel. Sie tragen ihren Abfall mit nach Hause, werfen auch Zigarettenstummel nicht in Wiesen und Kulturen, sorgen dafür, dass der Hund auf dem Weg bleibt, nehmen den Hundekot zusammen und werfen ihn in einen der vielen Robidog-Behälter. Und sie betreten Wiesen, Äcker und Kulturen in der Vegetationszeit nicht. Auch nicht nur schnell, um ein Insta-Bildli in der blühenden Wiese zu schiessen. Herzlichen Dank all jenen, die sich so verhalten, wenn sie die Natur geniessen.

Schwarze Schafe
Die Spuren der anderen beschäftigen die Landwirte. Durchs Mähen können Abfälle zerkleinert ins Futter gelangen und von den Tieren unbemerkt gefressen werden. Das kann innere Verletzungen verursachen und gar das Leben der Nutztiere gefährden. Auch äussere Verletzungen, etwa durch Glasscherben, kommen leider vor. Gesundheitlich bedenklich und schlicht gruusig sind auch Zigarettenstummel und Hundekot im Gras. Zertrampelte Kulturen müssen nicht sein. Es braucht das Miteinander aller. Wer sich nicht daran halten will, bleibt besser zu Hause und müllt die eigene Stube zu. Nebenbei: Hundehalterinnen und Hundehalter können gerne an der Réception im Gemeindehaus zusätzliche Hundekot-Säckli abholen. Die gibt’s nicht nur am Robidog.

Frühlingszeit ist Setzzeit
Rehe bringen im Frühjahr ihre Jungen zur Welt und benötigen in dieser sensiblen Phase besondere Ruhe. Rehkitze sind besonders gefährdet, da sie in den ersten Lebenswochen im hohen Gras liegen. Freilaufende Hunde können die Kitze leicht aufspüren und verletzen oder sogar töten. Gefahr droht den Rehkitzen auch von der Landwirtschaft. Moderne Technik hilft, die Kitze zu finden und zu schützen. Die Jagdgesellschaft Uzwil nutzt diese Technik seit einigen Jahren in Zusammenarbeit mit dem Drohnenteam «Riedi» aus Niederuzwil. Dank Drohnen mit Wärmebildkameras können die Jungtiere ausfindig gemacht und vor dem Tod durch die Mähmaschinen bewahrt werden. 

Früh aufstehen und Teamwork 
Wie läuft ein solcher koordinierter Rettungseinsatz ab? Der Ablauf ist koordiniert: Landwirte melden ihren Mähtermin auf rehkitzrettung.ch. Der Drohnenpilot erstellt daraus einen Flugplan. Noch in der Morgendämmerung treffen sich Pilot und zwei bis drei Jäger bei der Wiese. In der Wärmebildkamera erscheinen die Kitze als helle Flecken im kühlen Gras. Die Jäger werden punktgenau zu den Jungtieren geführt und bringen sie in Sicherheit. So lassen sich mehrere Felder an einem einzigen Morgen absuchen.

Hegen und Pflegen
Die Uzwiler Jagdgesellschaft engagiert sich gerne und intensiv für die Rehkitzrettung. Schwerpunkt der Aufgaben ist Hege und Pflege. Die Jäger sehen sich als Naturfreunde, die - nebst anderem Engagement - durch den vom Kanton vorgegebenen Abschuss die Wildbestände regulieren und in enger Absprache mit dem Forst den Wald pflegen. Das sieht auch der Forst so. Er ist darauf angewiesen, dass beispielsweise Flächen mit Neuanpflanzungen intensiv bejagt werden, um den Verbiss an jungen Bäumen zu vermeiden. Den Rehen fehlen natürliche Feinde, die das übernehmen. Entsprechend brauchts dafür die Jäger. Die Mitglieder der Jagdgesellschaft engagieren sich etwa auch bei Unfällen mit Wildtieren. Sie werden dafür von der Polizei aufgeboten.

Bitte zum Schluss
Abschliessend meint die Jagdgesellschaft: «Liebe Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer, liebe Spaziergängerinnen und Spaziergänger, liebe Sportlerinnen und Sportler: Es ist wieder so weit, der Frühling ist da. Mit ihm beginnt auch die Brut- und Setzzeit für viele unserer heimischen Wildtiere. Bitte führt Hunde an der Leine und nutzt die vorhandenen Wege. Geht nicht querfeldein. Zurzeit sind die meisten Rehgeissen hochträchtig und dadurch nicht mehr schnell genug, um vor Hunden, Joggerinnen und Joggern und Bikerinnen und Bikern fliehen zu können. Solltet ihr in der Natur ein Rehkitz auffinden so lasst es bitte – ohne es zu berühren – an seinem Ort. Das Rehkitz hat keinen Fluchtreflex. Seine Mutter wird es immer wieder finden.»