Variante für Schulraum wird konkret
Aus der Machbarkeitsstudie Herrenhof II. Blau der bestehende Herrenhof entlang der Herrenhofstrasse, gelb die bereits beschlossene Schulraumerweiterung. Rosa die Ergänzungen im Rahmen von «Viele Schritte gleichzeitig». Eine Einfachturnhalle auf der Spielwiese oberhalb der Schöntalstrasse, ein neues Schulhaus im Bereich Hartplatz / Musikschulhaus / Parkplatz.
«Ein Schritt» - ein neues Schulhaus, welches den offenen Raumbedarf deckt. Oder «Viele Schritte gleichzeitig», welche den Raumbedarf durch die Erweiterung dreier bestehender Schulanlagen lösen? Diese Optionen stehen zur Diskussion, um die dringende Raumnot der Uzwiler Schulen zu beheben. Nächstes Jahr werden es 16 Klassen sein, welche in Provisorien beschult werden. Zum Vergleich: Die Schulanlage Neuhof wurde damals als Anlage für sechs Klassen gebaut. Der Nachholbedarf ist hoch. Und die Prognosen zeigen weiteres Bevölkerungs- und Schülerwachstum.
Echte Alternative
In den letzten Monaten ist mit hohem Aufwand, vielen internen und externen Ressourcen und mit dichtem Fahrplan an der Variante «Viele Schritte gleichzeitig» gearbeitet worden. Für den Gemeinderat ist wichtig: Er will die Variante so fundiert und gründlich erarbeiten, dass sie – entscheidet sich die Bevölkerung dafür – mit Überzeugung und Herzblut gebaut werden kann.
Vom Raumprogramm zur Machbarkeit
Für alle drei Anlagen – Neuhof, Schöntal, Herrenhof II – wurden interdisziplinär die individuellen Raumprogramme für die Erweiterungen erarbeitet. Sie entsprechen den wegleitenden Vorgaben des Kantons für Schulbauten. Nebst den Klassenzimmern braucht es für den Schulalltag verschiedenste ergänzende Räumlichkeiten, dazu auch Turnraum. Für den Neuhof bedeutet das: Erweiterung um sechs Regelklassen und eine Kleinklasse, dazu eine zusätzliche Einfachturnhalle. Für den Herrenhof II bedeutet das: Erweiterung um sechs Regelklassen und zwei Kleinklassen, dazu eine zusätzliche Einfachturnhalle. Und fürs Schöntal bedeutet das eine Erweiterung um sechs Klassen und eine Einfachturnhalle. So kann die geforderte Erweiterung um 21 Klassen alternativ zu «Ein Schritt» umgesetzt werden. Die Machbarkeitsstudien für die drei Standorte sind abgeschlossen. Sie beinhalten die geforderten Räumlichkeiten.
Anspruchsvolle Weiterbearbeitung
Die Machbarkeitsstudien zeigen, dass die geforderten Volumen umgesetzt werden können. Das ist im Neuhof auch gut verträglich mit den bisherigen Bauten und dem Quartier machbar. Im Schöntal ist das geforderte Volumen möglich, seine ortsplanerische Einbettung ist kritisch. Da brauchts in der Weiterbearbeitung vertiefte Auseinandersetzungen, um die Erweiterung verträglich zu gestalten. Auch im Herrenhof II kann das geforderte Volumen technisch umgesetzt werden. Kritisch dort ist der sehr knappe Aussenraum, sind betriebliche, bauliche und mit der Einbettung in den Ort auch ortsplanerische Themen, welche in der Weiterbearbeitung sorgfältig entwickelt werden müssen.
Nicht günstiger
Eine erste Übersicht über die zu erwartenden Kosten zeigt, dass die Variante «Viele Schritte gleichzeitig» nicht günstiger wird als die Variante «Ein Schritt». Die Kosten für die Erweiterung der drei Anlagen sind – wie in dieser frühen Phase üblich - noch mit Vorbehalten behaftet, der Range ist mit +/- 25 % noch hoch. In der nächsten Phase steht an, die drei Standorte zur Abstimmungsreife weiterzuentwickeln. Das kann über Architekturwettbewerbe und die klassische Entwicklung über Vorprojekte bis zu Bauprojekten erfolgen, alternativ über Gesamtleistungswettbewerbe oder über Mischformen. Die Frage des geeigneten Verfahrens ist noch in Arbeit. Klar scheint: Um für die drei Standorte abstimmungsreife Projekte zu erarbeiten, sind unabhängig vom gewählten Verfahren Planungskosten in der Grössenordnung von rund 3 Millionen Franken erforderlich. Das übersteigt die Finanzkompetenzen des Gemeinderates und liegt in der Hoheit der Bürgerschaft.
Wie weiter?
Aktuell werden die Ergebnisse der Machbarkeitsstudien im Detail ausgewertet und analysiert. Dem Gemeinderat war wichtig, die Ergebnisse möglichst frühzeitig und im offenen Dialog zu zeigen. Die Foyer-Veranstaltung im Gemeindehaus letzte Woche diente dazu. Und dem Gemeinderat ist wichtig, jetzt die Phase zu beenden, in welcher im Rahmen der offenen Foyer-Veranstaltungen im Gemeindehaus sich jeweils rund 40 Interessierte über den aktuellen Stand informieren lassen. Er will für die nächsten Schritte eine breitere Abstützung und dafür die üblichen Gefässe nutzen. Ihm ist wichtig, dass es in der Schulhausfrage für die nächsten Schritte tragfähige und bewusste Entscheidungen der Bürgerschaft gibt. Entsprechend könnte er beispielsweise jetzt die Planungskosten von rund 3 Millionen Franken direkt ins Budget 2027 einstellen und die Kosten integriert ins Budget der Bürgerversammlung im November zum Entscheid überlassen. Der Gemeinderat will diesen Schritt aber bewusster gestalten, er nimmt damit ernst, was die Echogruppe ihm auf den Weg gegeben hat: Keine vollendeten Tatsachen schaffen. Und deshalb sieht er einen Zwischenschritt vor. Eine ausserordentliche Bürgerversammlung am 24. August befasst sich ausschliesslich mit dem «Wie weiter». Sie schafft Raum für den Dialog mit der Bürgerschaft zu diesem wichtigen Thema. Kommt die ausserordentliche Bürgerversammlung in der Grundsatzabstimmung zum Schluss, die rund 3 Millionen Franken für die erforderlichen Planungsschritte zu investieren, stellt der Gemeinderat die Kosten ins Budget 2027 ein und die Bürgerversammlung im November fällt den definitiven Entscheid. Dieser Weg wird der komplexen und finanziell aufwendigen Thematik gerecht, entspricht dem Geist der Projekterarbeitung, welche die Echogruppe vom Rat wünschte, und gibt der Bürgerschaft die Möglichkeit, ihre lenkende Verantwortung wahrzunehmen.