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04.09.2026
Allgemein , Trockenheit
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Trinkwasser: gemeinsame Aufgabe

Trinkwasser ist unser wichtigstes Lebensmittel. Trotzdem nehmen wir es im Alltag kaum bewusst wahr: Wir öffnen den Wasserhahn und jederzeit steht uns sauberes Wasser in einwandfreier Qualität zur Verfügung. Was es dazu braucht, gerade in Zeiten von Trockenheit? Ein Einblick.

Die Schweizer Trinkwasserversorgung ist stark dezentral organisiert. Landesweit kümmern sich rund 2‘400 Wasserversorgungen um Gewinnung, Speicherung und Verteilung unseres Trinkwassers. Zu je 40  % stammt das Schweizer Trinkwasser aus Quellen und Grundwasser. 20   % werden aus Oberflächenwassern gewonnen. Das Grundwasservorkommen in der Schweiz entspricht in etwa der Wassermenge des Bodensees.

Trinkwasser und Gemeindegrenzen
Ein Grossteil der Schweizer Wasserversorger sind Gemeindebetriebe. Wasser kennt jedoch keine Gemeindegrenzen. Deshalb sind die Versorgungen regional vernetzt und arbeiten eng zusammen. Diese Zusammenarbeit ermöglicht gegenseitige Unterstützung und erhöht die Versorgungssicherheit. 

Wer versorgt in Uzwil?
Die Technischen Betriebe Uzwil versorgen Niederuzwil, Uzwil und Algetshausen mit Trinkwasser. Die Wasserversorgung Henau versorgt Henau, «Stetten» versorgt Ober- und Niederstetten und der Stolzenberg wird durch die Wasserkorporation Oberuzwil versorgt. Gemeinsam sind diese vier Versorgungen zusammen mit den Wasserversorgungen von Schwarzenbach, Jonschwil und Oberbüren Teil des regionalen Wasserverbunds «Gruppenwasserversorgung Vogelsberg». Unterstützt wird die Gruppenwasserversorgung Vogelsberg von der Billinger AG, welche für die Steuerung und das Wassermanagement im Versorgungsgebiet zuständig ist.

Der Weg des Wassers
Quellwasser wird gefasst, Grundwasser mit Pumpen gefördert. Über das Transportnetz gelangt das Trink-wasser in die Reservoire und wird von dort über das Leitungsnetz an Haushalte und Betriebe verteilt. Ein Teil des Wassers bleibt als Löschwasserreserve in den Reservoirs. 

Regionaler Führungsstab Wil-Uze
In besonderen Lagen und bei ausserordentlichen Ereignissen tritt der Regionale Führungsstab Wil-Uze (RFS) in Aktion und unterstützt die beteiligten Gemeinden und Organisationen, beurteilt laufend die Lage und bereitet aus seiner Sicht geeignete Massnahmen vor. Er wird bei Bedarf durch die Regionale Bevölkerungsschutzkommission (BVS) aufgeboten. Die BVS bewertet die Einschätzungen und Vorschläge unter Einbezug lokaler Gegebenheiten und zuhanden der Entscheidungsgremien. Für Uzwil heisst das: Das Zusammenspiel von RFS, BVS und Gemeindeführungsstab sorgt dafür, dass der Gemeinderat in solchen Situationen darauf zurückgreifen kann, dass ihm ein lokales Lagebild zur Verfügung steht, dass Massnahmen und Ressourcen in Gemeinde und Region koordiniert werden. In der aktuellen Situation wurde der Regionale Führungsstab aktiviert, um die Lage laufend zu beurteilen, Handlungsempfehlungen abzugeben und die regionale Abstimmung zu gewährleisten.

Was hat die Gemeinde Uzwil bisher gemacht?
Im Rahmen ihres Kaskadenmodells verzichtet die Gemeinde weitgehend darauf, ihre grossflächigen Rasen-, Spiel- und Parkflächen zu bewässern. Nur die Sportrasen mit Sandaufbau in der Rüti werden stark reduziert bewässert, um finanziellen Schaden und lange Ausfallzeiten der Anlagen für den Sport zu vermeiden. Die Badi wurde vorzeitig geschlossen. Sie ist grösster kommunaler Wasserverbraucher mir 50‘000 bis 150‘000 Liter Trinkwasser pro Tag, ihr Saisonende ist für die Wasserversorgung entlastend spürbar. Die Regenwasserfassung des neuen Werkhofs wurde früher als geplant in Betrieb genommen, so kann die Gemeinde etwa Jungbäume bewässern, ohne Trinkwasser dafür einzusetzen. Die Arbeiten am Reservoir Sonnenberg wurden stark priorisiert, um möglichst rasch über zusätzliches Reservoirvolumen zu verfügen. 

Rund 140 Liter pro Person und Tag
Etwa zwei Drittel des Wasserverbrauchs in Uzwil stammt von den privaten Haushaltungen. In Schweizer Haushalten werden durchschnittlich rund 140 Liter Trinkwasser pro Person und Tag verbraucht. Der grösste Anteil entfällt auf Duschen, Baden und die Toilettenspülung. Hinzu kommen Wäschewaschen, Kochen, Reinigung und Gartenbewässerung. 

Einfache Beiträge helfen
Schon einfache Verhaltensänderungen helfen: kürzer duschen, Wasser beim Einseifen und Zähneputzen abstellen, Wasch- und Geschirrspülmaschinen nur gefüllt laufen lassen, auf das Bewässern von Rasenflächen und das Autowaschen verzichten sowie private Schwimmbecken nicht neu befüllen.

Noch nicht bewältigt
Die Regenfälle der letzten Tage und die tieferen Temperaturen haben geholfen, den Wasserverbrauch zu reduzieren. Damit sich die Quellen und Grundwasserfassungen erholen, braucht es während längerer Zeit ergiebige Niederschläge. Ob der Herbst sie bringt, wird sich weisen. Vielen Dank für Ihre Mithilfe und Ihren verantwortungsvollen Umgang mit unserem Trinkwasser. | Yves Beutler, Gemeinderat Ressort Sicherheit