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18.09.2026
Allgemein
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Schuld ist der Löschschaum

Das Grundstück der Niederuzwiler Kläranlage ist mit der Ewigkeitschemikalie PFAS belastet. Auslöser ist belasteter Löschschaum, den die Feuerwehren – seinerzeit korrekt – für Übungen auf dem Areal verwendet haben. Jetzt hat das kantonale Amt für Umwelt die Sanierung des Areals angeordnet.

Alle grösseren und mittleren Kläranlagen sind im Kataster der belasteten Standorte erfasst. Sie dürften mit PFAS belastet sein. Oft führten Feuerwehren dort Übungen mit Löschschaum durch. Der Löschschaum, welchen die Feuerwehren nach den Vorgaben des Kantonalen Amtes für Feuerschutz und dem damaligen Stand der Technik einsetzten, war stark mit PFAS belastet. Heute weiss man das.

Kontaminierten Boden entsorgen

Technische und historische Untersuchungen identifizieren den Verursacher der PFAS-Belastung im ARA-Areal in Niederuzwil. Auch hier war es der Löschschaum der Feuerwehren. Die Belastungen sind hoch, die Verunreinigungen reichen mehrere Meter in den Untergrund. Das kantonale Amt für Umweltschutz hat jetzt angeordnet, dass das Areal bis 2032 saniert werden muss. Auch die Art der Sanierung ist klar: Der belastete Boden – voraussichtlich in der Dimension von 20’000 bis 30’000 Kubikmetern – muss fachgerecht behandelt und entsorgt werden. Ein spezialisiertes Fachunternehmen hat im Auftrag der Gemeinde die Art der Sanierung überprüft, welche vom Kantonalen Amt für Umwelt vorgegeben ist. Diese Zweitmeinung führte zu keinen abweichenden Ergebnissen.

Zusammenhang mit ARA Thurau

Auf dem ARA-Areal in Niederuzwil entsteht die ARA Thurau. Der grössere Teil des Areals muss auch saniert werden, wenn die regionale ARA nicht entstehen würde. Die Sanierung des Bodens und der Bau der ARA können kombiniert werden. Das macht die Sanierungsaufgabe etwas einfacher.

Trinkwasser nicht betroffen

Und das Trinkwasser? Die Technischen Betriebe überwachen das Trinkwasser aus Quellen und Pumpwerken auch auf PFAS. Alle Proben zeigten eine einwandfreie Qualität, alle gemessenen Parameter lagen unter den gesetzlich geforderten Werten.

Vorgesorgt

Die Sanierung des Areals verursacht Kosten in Millionenhöhe. Und das überrascht nicht. Bereits mit dem Rechnungsabschluss 2025 hat die Gemeinde als Grundeigentümerin 5,8 Mio. Franken dafür zurückgestellt. Auch der Abwasserverband Uzwil, welcher die ARA seit jeher betreibt und das Grundstück im Baurecht nutzt, hat Rückstellungen in der Höhe von mehreren Millionen Franken gebildet. Und auch der Abwasserverband Thurau hat Mehrkosten einkalkuliert. Wie hoch die Sanierungskosten sind, wird im nächsten Frühling klarer, wenn die Ergebnisse der Tiefbau-Submissionen vorliegen. Und auch dann werden die Entsorgungskosten kaum abschliessend fixiert sein, weil die genaue Menge und der Verschmutzungsgrad erst nach der Abfuhr bekannt sind. Klar ist jedoch: Der Bund wird sich mit 40 Prozent an den Sanierungskosten beteiligen.

Zuerst der Grundeigentümer

Wie im Altlastenrecht üblich, bezeichnet das kantonale Amt für Umwelt in seiner Verfügung die Grundeigentümerin als Realleistungspflichtige. Heisst: Die Gemeinde Uzwil als Grundeigentümerin muss die Sanierungskosten vorfinanzieren. Wer die Kosten schlussendlich trägt, ist derzeit noch völlig offen. Das kantonale Amt für Umwelt hat historische und technische Untersuchungen durchgeführt und wird einen rechtlich verbindlichen Kostenteiler definieren. Bis dieser dann rechtskräftig vorliegt, könnte es noch Jahre dauern. Dieser Ablauf «zuerst das Problem beseitigen und dann die Kosten verteilen» ist im Altlastenrecht üblich. Der Gesetzgeber wollte, dass Gefahrenquellen zügig beseitigt werden.

Unterschied zur Landwirtschaft

Auf dem ARA-Grundstück kommt das Altlasten-Recht zum Tragen. Das funktioniert nach anderen Regeln als die Lebensmittelgesetzgebung, die auf landwirtschaftliche Produkte wie Milch und Fleisch Anwendung findet. Diese Themen sind in der Sache wie auch rechtlich komplex. Sie erfordern vertiefte Auseinandersetzung. Auch die Gemeinde muss dafür Experten beiziehen, die sich auskennen und die Dynamik der Gesetzgebung im Auge haben. Denn es geht um viel, um die Gesundheit und um viel Geld.