Neue Wege: Uzwil ging voran
Wie in einem Lebensraum geheizt wird, ist entscheidend fürs Klima. Uzwil hat zusammen mit Partnern erfolgreich getestet, wie der Umstieg weg von fossilen Heizungen beschleunigt werden kann.
Der Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme ist ein zentraler Hebel für die Energiewende. Doch vielerorts hat die Nachfrage nach Solaranlagen und Wärmepumpen nachgelassen. Der Umstieg geht zu langsam voran, wollen die Klimaziele erreicht werden. Auch Förderprogramme und Informationsveranstaltungen reichen oft nicht mehr aus, um Hausbesitzende zu überzeugen. Es braucht neue, kreative Ansätze. Diese Überzeugung teilten die Gemeinde Uzwil, 42hacks, der Kanton St.Gallen, die Energieagentur St.Gallen sowie die St.Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG (SAK). Sie starteten gemeinsam das Pilotprojekt «100 in 100». Das Ziel: 100 neue Wärmepumpen innert 100 Tagen zu installieren.
Ein echter Mehrwert
Ein grosser Erfolgsfaktor war das Preismodell: Rund 20 Prozent günstiger als der Markt, ermöglicht durch Skaleneffekte. Digitale Tools vereinfachten den Umstieg für Eigentümerinnen und Eigentümer und nahmen viele Formalitäten ab. Die koordinierte Planung sorgte zudem für reibungslose Abläufe auf den Baustellen: Die unterschiedlichen Gewerbe arbeiteten Hand in Hand.
Ein Modell mit Zukunft
Am Ende des Pilotprojekts waren es zwar «nur» 86 statt 100 umgesetzte Projekte. Doch die Wirkung war deutlich: Die Zahl der ersetzten fossilen Heizungen in Uzwil hat sich gegenüber dem Vorjahr sehr deutlich erhöht, während sie andernorts stagniert oder zurückgeht. Die Initiative «100 in 100» hat gezeigt, dass solch kreative Lösungsansätze funktionieren können und was innert kurzer Zeit möglich ist, wenn sich Kräfte bündeln. Uzwil war der Anfang, der Testlauf. Er hat funktioniert. Und die Aktion in Uzwil war für alle Beteiligten die geeignete Umgebung, viel zu lernen. Und diese Erkenntnisse nun auch andernorts anzuwenden. So ist eine vergleichbare Aktion jetzt in der Gemeinde Diepoldsau gestartet. Mehr auf www.100in100.ch.