Kleine Buchstaben, grosse Wirkung
Ein Buch für die Ferien, eines für den Nachttisch – auch wenn Lesen zu den ruhigsten Hobbys gehört, hinterlässt es Spuren. Spuren in der Umwelt. Ist der E-Book-Reader die Lösung für Leseratten? Oder hat das gedruckte Buch aus ökologischer Sicht die Nase vorn? Dazu kann die Ökobilanz von E-Readern und Büchern Auskunft geben.
E-Reader
Sowohl gedruckte Bücher als auch E-Reader belasten die Umwelt, vor allem bei der Produktion. Beim digitalen Reader ist die Herstellung energieintensiv und benötigt wertvolle Metalle und Kunststoffe, insbesondere für die Batterie und den Bildschirm. Je nach Modell verursacht sie rund 20 bis 30 Kilo CO₂-Äquivalente. Doch danach wird es vergleichsweise ruhig: Moderne E-Reader verbrauchen sehr wenig Strom. Eine Akkuladung hält oft wochenlang.
Buch
Gedruckte Bücher starten mit einer kleineren Anfangsbelastung. Die Papierherstellung benötigt viel Wasser und Energie. Dazu kommen der Druck und der Transport. Pro Buch entstehen rund ein bis zwei Kilo CO₂-Äquivalente, bei Recyclingpapier weniger als bei Frischfaserpapier.
Die Nutzung entscheidet
Der E-Reader kommt mit einem viel grösseren «ökologischen Rucksack» daher als ein gedrucktes Buch. Dafür kann man darauf unzählige Bücher lesen. Entscheidend ist also die Nutzung. Studien zeigen: Ab etwa 30 gelesenen E-Books ist der E-Reader umweltfreundlicher, als wenn dieselben Bücher gedruckt gekauft würden. Für Leseratten, die mindestens 10 Bücher im Jahr verschlingen und ihren E-Reader mehr als drei Jahre nutzen, ist der E-Reader die umweltfreundlichere Variante.
Top? Bibliothek!
Wer weniger liest, findet in gedruckten Büchern die ökologischere Wahl. Ganz besonders, wenn sie lange im Umlauf bleiben: Denn eine Stärke von gedruckten Büchern ist, dass man sie weitergeben oder ausleihen kann. So verteilt sich ihre Umweltauswirkung über viele Jahre – und viele Hände. Am umweltfreundlichsten bleibt aber so oder so der Klassiker: der Gang in die Bibliothek, zum Beispiel in die Uzwiler Bibliothek mit ihrem riesigen Angebot. | Pusch