Im Zug
Zum ersten Mal fahre ich in die Sommerferien allein. Das Reiseziel war schon lange klar: Ile de Groix in der Bretagne. Doch wie komme ich dahin? Eine Strecke von über 1100 km, mit dem Auto, dem Flieger oder mit dem Zug? Soll der Hund mit, oder bleibt er bei meiner Tochter zu Hause? Nach langen Abklärungen und Überlegungen entschied ich mich für den Zug und ohne Hund.
Mit etwas mulmigem Gefühl stand ich am Morgen früh am Bahnhof in Uzwil. Reiseziel war Lorient. Um dort die letzte Fähre auf die Insel zu erreichen, nehme ich zehn Stunden Zugfahrt mit drei Mal umsteigen in Kauf. Bis und mit Bahnhofwechsel in Paris funktionierte alles bestens. Dann blieb der TGV von Paris nach Lorient mitten auf der Strecke an einem kleinen Bahnhof stehen. Die Durchsage verkündete zwei Stunden Warten wegen eines Weichenproblems. Schlussendlich fuhr der Zug mit Umwegen und Wartezeiten mit mehr als fünf Stunden Verspätung in Lorient ein. Fazit: die letzte Fähre war weg und ich übernachtete in einem Hotel in Lorient.
Nach diesem Erlebnis verkneife ich mir jede mürrische Reaktion, wenn der Zug nach St. Gallen oder Zürich mal zehn Minuten Verspätung hat.
Renate Graf
Gemeinderätin