Baustart Gillbrücke erfolgt
Mit einem kleinen festlichen Akt erfolgte am 19. Dezember auf der Zuzwiler Seite der Startschuss für die neue Brücke. Vertreterinnen und Vertreter der beauftragten Unternehmen, von Kanton, Abwasserverband, Regio Wil und Wanderwege sowie der Gemeinden und Ingenieure bekräftigten mit ihrem Dabeisein die Bedeutung der neuen Brücke.
Brücken verbinden. Gleichzeitig ist der Brückenschlag aufwendig und oft mit Mythen verbunden. Man denke nur an die Teufelsbrücke. Oder daran, dass vor dem Jahr 1000 auf der Strecke der Thur zwischen Schwarzenbach und Bischofszell nur eine Brücke urkundlich belegt ist: Der Übergang bei Henau, am Ort unserer heutigen Brübacherbrücke. Die Mobilität hat das verändert. In den Grenzen der Gemeinde Uzwil verbinden heute fünf Brücken die beiden Thurufer. Mit der Gillbrücke kommt eine sechste dazu.
Für Langsamverkehr und Abwasser
Die neue Brücke verbindet die Gemeinden Zuzwil und Uzwil. Sie wird dem Velo- und Fussgängerverkehr dienen, auch Reiterinnen und Reiter können ihr Pferd über die Brücke führen. Und die Brücke wird Träger von Werkleitungen sein, insbesondere für die Zuleitung des Abwassers aus Zuzwil zur künftigen regionalen Kläranlage in Niederuzwil. Die Stahlbrücke wird 66 Meter lang und drei Meter breit – eine schlichte, wetterfeste Konstruktion, die sich behutsam ins Landschaftsbild einfügt. Zur Mitte hin weist sie eine leichte Wölbung auf, sie bleibt aber gut behindertengerecht. Die Brücke wird in vier Elementen im Werk vorfabriziert und dann auf der Baustelle verschweisst und eingehoben. Bis es soweit ist, dauert es aber noch. In einem ersten Schritt erfolgten Rodungen. Im Januar starten die Vorbereitungsarbeiten und der Aushub, dann entstehen die Widerlager. Das Bauprogramm geht davon aus, dass die Brücke im Verlaufe 2027 fertig ist.
Bedeutungsvoller Ort
Die neue Brücke ist sorgfältig in die Landschaft und ins bestehende Wegnetz integriert. Sie wird künftig auch eine wunderbare Sicht auf die vom berühmten Brückeningenieur Robert Maillart im Jahr 1933 gebaute Brücke und die umliegende Flusslandschaft ermöglichen. Unter der Brücke verläuft eine Schwelle im Fluss. Dort war einst ein Klappenwehr, welches Wasser in den Fabrikkanal leitete. Die Wasserkraft trieb die Weberei des Textilunternehmens Naef an, welches damals die ganze Welt belieferte.
«Aussergewöhnlich an dieser Brücke ist die ausserordentlich rasche Entwicklungszeit. 2020 entstand die Idee, jetzt gehts bereits an die Realisierung. Üblich sind im Brückenbau Vorlaufzeiten von bis zehn Jahren. Die Zusammenarbeit hat super funktioniert. Alle Beteiligten – Kanton - Gemeinden - Regio Wil – waren sich bewusst: Es braucht einen Effort, um die engen Zeitfenster für die Mitfinanzierung durch das Agglomerationsprogramm zu nutzen. Bei uns intern hat insbesondere unser Projektleiter Siedlungsentwicklung Marco Bruggmann grossen Anteil am Gelingen des Vorhabens.»