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Kirchturm zu Henau

Adresse9247 Henau

Kirchturm in Henau


 
Zum Bau dieses ältesten Denkmals (unter Bundesschutz) der Gemeinde Uzwil fehlen jegliche historischen Quellen. Henau hatte mit Sicherheit bereits 892, vielleicht schon 754 eine bedeutende Kirche. Wahrscheinlich besass das Gotteshaus zu dieser Zeit noch keinen Turm. Der Baustil des Turms weist auf die Zeit der Gotik, also auf das 15. Jahrhundert. Pius J. Rimensberger, ein Kenner des Henauer Turms, vermutet sogar das 13. oder 14. Jahrhundert, da zu dieser Zeit Turmchöre üblich waren. Doch war der Turm dieser Zeit weniger hoch und hatte wahrscheinlich ein Satteldach. Die heutige Gestalt erhielt der Kirchturm erst in der Spätgotik. Dendrochronologische Untersuchungen haben ergeben, dass der Turm bis mindestens zum dritten Geschoss 1463 errichtet wurde. Die Erhöhung des Turms mit Schallarkaden, Giebelfeldern und Spitzhelm erfolgte 1495.

Das Bruchsteinmauerwerk des Turms besteht aus Tuffstein. Das gleiche Material wurde zum Bau der Sockel der Brübacher Brücke verwendet. Der porige Stein ist ein idealer «Boden» für Pflanzenbewuchs. Aus diesem Grund zeigte sich der Henauer Turm oft in zartem Grün. Der Henauer Chronist bemerkt dazu: «Gar manche Heimatschutzfreunde finden das schön und originell; spöttische Zungen dagegen behaupten, die Henauer würden zur Sommerszeit in Holzgestellen Kühe hochziehen, um den Turm abzuweiden.»

1542
Der Abt von St.Gallen erlaubt, den Erlös aus verkauften Pfrundgütern zur Ausbesserung des Turms und zum Bau der Brübacher Brücke zu verwenden. Gleichzeitig wird auch die Kirche renoviert. Der Umbau des Turms mit vollständiger Renovation erfolgt um 1560.

1593
Neubemalung des Chorgewölbes im Stil der Renaissance. Die Fresken werden später überdeckt.

1641
Mitten im Dreissigjährigen Krieg muss der Turm repariert und neu gedeckt werden.

1706
Für die Neudeckung des Turms werden 310 Buscheln Schindeln, 20000 Nägel, 30 Hälsig und 5 Leitern benötigt. Der Kirchturm erhält erstmals ein 15 Pfund schweres Kreuz. Eine Inschrift im Turmknopf wünscht ruhigere Zeiten. Der Schluss der Inschrift lautet: DEUM PRO PECCATORE ORABIS (Bitte Gott für den Sünder!).

1740/41
Der bekannte Baumeister Jakob Grubenmann erstellt ein neues und grösseres Kirchenschiff. Da inzwischen in Lenggenwil, Niederhelfenschwil, Ober- und Niederbüren bereits schöne barocke Zwiebeltürme stehen, wird der Henauer Turm beinahe niedergerissen und durch einen solchen ersetzt.

1823
Der Turmhelm wird beschädigt. Beide Konfessionen beschliessen, den Turm neu einzudecken und mit Ölfarbe zu bemalen. Dazu werden von Meister Wendelin Bösch aus Degersheim insgesamt 90000 Schindeln benötigt.

1876
Neubau des Kirchenschiffes durch den Schwyzer Architekten Reichlin. In diesem Zusammenhang wird auch die Turmpyramide renoviert.

1923
Am 18. Mai erhält der Henauer Turm ein neues Geläute. Die feierliche Weihe wird vom Bischof von St.Gallen zelebriert. Das neue Geläute besteht aus 5 Glocken: Sebastiansglocke, Wetterglocke, Betglocke, Gallusglocke und Armenseelenglocke. Die grösste wiegt 2500, die kleinste 300 Kilogramm. Von den alten Glocken waren zwei 500 Jahre alt. Eine dritte, die grösste, war im Dezember 1618 gegossen und im Januar 1619 geweiht worden. Die vierte war zersprungen und umgegossen worden. Baumeister Gitterli kauft die alten Glocken und schenkt sie seiner Heimatgemeinde im Tirol.

1938
Mit der Kirchenrenovation wird der alte Turmchor wieder zugänglich gemacht. Die Renaissance-Wandmalereien von 1593 werden freigelegt und restauriert. Der Schlussstein des Gewölbes zeigt das Wappen des Abtes Joachim Opser von Wil (1577–1594).

1954
Ein Blitzschlag am 1. August verwüstet den Helm, setzt aber nichts in Brand. Der Turm wird von Dachdecker Weber in Niederuzwil repariert.

1972
Totalrenovation des Kirchturms.

1992
Pius J. Rimensberger entdeckt in der Turmmauer über dem Chorscheitel eine Spolie und birgt sie. Das allseitig bearbeitete Sandsteinfragment war Teil einer frühmittelalterlichen Kirchenausstattung und ist sehr selten.

1994
Das Kirchturmdach wird mit 40000 Lärchenschindeln neu eingedeckt.

Quelle: Uzwil – Unser Weg. Vom Bauerndorf zur Industrie- und Wohngemeinde. Geschichtsbuch der Gemeinde Uzwil, 2004, Seite 349

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