13. September 2008 und 20. September 2008 - Anlass - Atemschutztage 2008 der Feuerwehr Uzwil
An den beiden Samstagen vom 13. Und 20. September 2008 führte die Feuerwehr Uzwil zusammen mit den beiden Betriebsfeuerwehren Bühler und Benninger die diesjährigen Atemschutztage durch. Die Übungen sind für jeden atemschutztauglichen AdF (Angehörigen der Feuerwehr) obligatorisch und dauern jeweils einen halben Tag. Die Teilnehmer wurden in jeweils drei Klassen eingeteilt, wobei jede Klasse insgesamt drei Übungen zu absolvierten hatte. Zwei Lektionen fanden im Areal der Firma Bühler AG statt, eine in einem älteren und unbewohnten Bauernhaus an der Henauerstrasse in Niederuzwil. Die Atemschutztage standen unter der Leitung von Chef Atemschutz Lt. Heinz Walti. Grundausbildung und Einsatzübung Vor den eigentlichen Übungen ging es bei der Grundausbildung nochmals ans Auffrischen und Repetieren der Kenntnisse im Umgang mit Atemschutzgeräten. Unter kundiger Leitung wurden den Teilnehmern Themen wie z.B. das Absuchen von verrauchten Räumen, die Aufgaben und Funktionen der Trupps und Gruppen, das korrekte Bedienen der Geräte, aber auch Sicherheitsvorschriften und richtiges Einsteigen über Leitern angesprochen. Um sich auch gleich wieder an die Geräte zu gewöhnen zu können, rüsteten sich die Kameraden mit Atemschutz aus und spielten zu jeweils zwei Leuten miteinander Federball. Bei jedem Federball, welcher zu Boden ging, mussten die beiden Spieler einen Knoten binden. So wurde die erste Pressluftflasche fast spielerisch geleert und die Teilnehmer waren für die kommende Einsatzübung aufgewärmt. Die Einsatzübung fand an der Henauerstrasse im besagten Bauernhaus statt. Man ging dabei von einem Küchenbrand im dritten Boden aus, durch welchen das ganze Haus mit dichtem Rauch gefüllt wurde. Unter Atemschutz und mit dem Schnellangriff „bewaffnet“ betrat der erste Trupp das Haus und löschte das Feuer ab. Die beiden nachfolgenden Trupps suchten anschliessend das Gebäude nach vermissten Personen ab und nach kurzer Zeit konnten zwei erwachsene Personen und ein Kleinkind geborgen werden. Der nach wie vor dichte Rauch wurde danach mittels Hochleistungslüfter aus den Räumen geblasen. Die Einsatzübung war damit beendet und bereits die zweite Pressluftflasche aufgebraucht. Absuchen von Räumen und Fitnessprogramm Bei der nächsten Übung musste der Veloraum im Bühler-Areal nach Gerätschaften abgesucht werden. Dies geschah natürlich auch mittels Atemschutzgeräten und unter starker Sichtbehinderung (um nicht zu sagen, unter absoluter Blindheit). Bei dieser Lektion ging es vor allem darum, die Sicherheitsvorschriften strikte einzuhalten und die korrekte Trupparbeit zu üben. Eine grosse Rolle spielte dabei die Sicherheitsleine, welche in grossen und unübersichtlichen Räumen wie Tiefgaragen oder Fabrikhallen eingesetzt wird. Der Umgang mit diesem Hilfsmittel ist nicht einfach und die Sichtbehinderung erschwerte das Ganze noch zusätzlich. Deshalb muss damit auch immer wieder geübt werden, kann es dabei doch um Menschenleben gehen. Im anschliessenden Fitnessprogramm konnten sich die Feuerwehrleute für einmal sportlich austoben, dies notabene mit umgeschnalltem Atemschutzgerät und aufgesetzter Maske. Nun waren Fussballspielen, Velofahren, Gruppenlanglauf oder Wasserpumpen angesagt. Dass dabei der eine oder andere Schweisstropfen floss und es auch mal ziemlich heiss unter der Brandschutzjacke wurde, war dabei durchaus gewollt. So konnte jeder Teilnehmer seine ganz persönliche Leistungsgrenze ausloten, ohne dabei irgendwie in Gefahr zu geraten. Mit viel Motivation sammelten die „Sportler“ Punkte für die anschliessende Prämierung und so ging auch diese Lektion sehr schnell vorüber und man konnte sich mit der Retablierung der Gerätschaften befassen. Vielen war die Erleichterung ins Gesicht geschrieben, den anstrengenden Halbtag mehr oder weniger gut überstanden zu haben, hatte doch jeder Teilnehmer jeweils vier Pressluftflaschen verbraucht und damit grossen Anstrengungen gemeistert. Damit neigte sich der Atemschutztag bereits dem Ende zu und war wieder ein grosser Erfolg. Die Ziele konnten allesamt erreicht werden und alle Handhabungen rund um das Atemschutzgerät waren in den Köpfen der Feuerwehrleute wieder präsent. Damit konnten die Teilnehmer ins verdiente Wochenende entlassen werden. Ein herzliches Dankeschön für die gute und kompetente Vorbereitung und Durchführung der Lektionen an die Instruktoren und ihrem Helferstab und nicht zuletzt an die sehr motivierten Teilnehmer. 6 vorgeschriebene Übungen pro Jahr Das Amt für Feuerschutz (AFS) des Kantons St. Gallen schreibt jeder Feuerwehr im Kanton eine Anzahl von mindestens 6 Atemschutzübungen vor, welche im jährlichen Übungsprogramm untergebracht werden müssen. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass jede(r) Angehörige der Feuerwehr im Umgang mit Atemschutzgeräten und dem Einsatz unter Atemschutz genügend Erfahrung aufweist. So können die Feuerwehrleute im Ernstfall unter grösstmöglicher eigener Sicherheit zu Brandeinsätzen, Personen-und Sachrettungen eingesetzt werden. Im September 2008 – Roger Affolter – Ressort Medien
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