Willkommen auf der Website der Gemeinde Uzwil



Sprungnavigation

Von hier aus k?nnen Sie direkt zu folgenden Bereichen springen:
Startseite Alt+0 Navigation Alt+1 Inhalt Alt+2 Suche Alt+3 Inhaltsverzeichnis Alt+4 Seite drucken PDF von aktueller Seite erzeugen
  • Druck Version 
  • PDF 
  • Seite vorlesen

Label erneuern: Uzwil will Energiestadt bleiben

Seit 2007 ist Uzwil eine Energiestadt. Ende Januar hat der Uzwiler Gemeinderat im Hinblick auf die erneute Zertifizierung das energiepolitische Programm für die nächsten Jahr verabschiedet. Nun hat er auch den Antrag gestellt, wieder als Energiestadt zertifiziert zu werden.

Aktuell tragen 249 Schweizer Gemeinden das Label Energiestadt, davon 29 St. Galler Gemeinden.

Umfassender Ansatz
Das Label ist Auszeichnung für eine konsequente und ergebnisorientierte Energiepolitik. Gemeinden, die das Label Energiestadt tragen, durchlaufen einen Prozess, der sie zu einer nachhaltigen Energie-, Verkehrs- und Umweltpolitik führt. Energiestadt ist kontinuierlicher Verbesserungsprozess und ein umfassender Ansatz. Dies schlägt sich im Katalog nieder, an dem die Energiestädte gemessen werden. In sechs grossen Bereichen wird anhand von 87 Themen überprüft, welchen Anteil ihres energiepolitischen Handlungspotenziales die Gemeinden ausschöpfen. In der Bestandesaufnahme vor der Zertifizierung im 2005 erreichte Uzwil 43 % der möglichen Bewertung. Bei der Zertifizierung im 2007 waren es nach eingeleiteten Massnahmen 53 %. Voraussichtlich im Juli dieses Jahres wird die Gemeinde wissen, wie sie bei der erneuten Zertifizierung abgeschnitten hat. Die Verantwortlichen der Gemeinde sind zuversichtlich gestimmt.

Energiepolitisches Programm
Ende Januar verabschiedete der Uzwiler Gemeinderat im Hinblick auf die erneute Zertifizierung als Energiestadt das energiepolitische Programm der nächsten Jahre. Auch im neuen Programm steht die Reduktion des CO2-Ausstosses im Vordergrund. Dies soll erreicht werden durch eine generelle Reduktion des Energieverbrauchs, durch die Verwendung erneuerbarer Energien, durch die Substitution von Öl durch Gas und die Förderung des öffentlichen Verkehrs und des Langsamverkehrs. Die Gemeinde teilt die Vision des Bundesrates für eine 2000 Watt Gesellschaft insbesondere unter dem Aspekt der Reduktion des CO2-Ausstosses, der Steigerung der Energieeffizienz und des Einsatzes von erneuerbaren Energien. Die Gemeinde sieht aber in Kombination mit Anstrengungen fürs Energiesparen Bemühungen zum vermehrten Einsatz erneuerbarer Energie. Das Programm der Gemeinde für die nächsten Jahre enthält als konkrete Zielvorgabe auch einen Absenkpfad für den Energieverbrauch und den CO2-Ausstoss. Generell soll etwa der CO2-Ausstoss bis 2020 gegenüber der Ausgangslage 2005 um 25 % gesenkt werden. Ergänzend hält die Gemeinde in ihrem Programm fest, der primäre Energieverbrauch könne höher sein, sofern dieser durch erneuerbare Energien gedeckt wird. Im energiepolitischen Programm verpflichtet sich die Gemeinde ausserdem, Instrumente und Parameter zu entwickeln, um messbar zu überprüfen, ob die definierten Ziele eingehalten werden.

Investitionen in eigene Anlagen erfolgreich
Schon das energiepolitische Programm der letzten Jahre setzte primär darauf, Wärmeenergie einzusparen. Dies schlug sich etwa in den jährlichen hohen Investitionen in den Gebäudeunterhalt nieder. Und diese Investitionen zeigen in der Mehrjahresbetrachtung nun den gewünschten Erfolg. Der Verbrauch an Wärmeenergie hat sich in den letzten sieben Jahren kontinuierlich um etwa zwei Prozent pro Jahr reduziert. Heute brauchen die Anlagen der Gemeinde inklusive Schulen jährlich wiederkehrend etwa 600‘000 Kilowattstunden weniger Wärmeenergie als noch vor sieben Jahren. Diese Menge entspricht jährlich etwa 60‘000 Liter Heizöl oder 60‘000 Kubikmeter Gas und reduziert den CO2-Ausstoss um etwa 120 Tonnen. Die 600‘000 Kilowattstunden eingesparter Energie entsprechen auch etwa der gesamten elektrischen Energie, welche die aufwändige Kunsteisbahn jährlich konsumiert. Oder dem Jahresenergieverbrauch für die gesamte Uzwiler Strassenbeleuchtung. Oder um einen dritten Vergleich heranzuziehen dem gesamten jährlichen Energieverbrauch der Sekundarschule. Deren Photovoltaikanlage produziert nebenbei jährlich knapp 1‘500 Kilowattstunden Energie. Diese Zahlen zeigen eindrücklich, dass die eingesparte Energie nach wie vor die beste Energie ist. Sie muss gar nicht erst produziert werden.

Förderungen erfolgreich
Mit Förderbeiträgen unterstützt die Gemeinde Uzwil Vorhaben privater Bauherren, welche einen Beitrag zur Reduktion des CO2-Ausstosses leisten. Eine deutliche Entwicklung ist bei den Beiträgen an Sanierungen der Gebäudehülle erkennbar. Nachdem mit dem Gebäudeprogramm die Schwelle für Förderbeiträge deutlich sank, stieg nun auch mit etwas Verzögerung die Nachfrage nach kommunalen Fördergeldern in diesem Bereich. Wurden im gesamten 2010 noch 17‘000 Franken Förderbeiträge für die Gebäudehülle zugesagt, waren es im ersten Quartal 2011 bereits 25‘000 Franken. Erfreulich ist auch die Entwicklung der Solaranlagen für die Warmwasseraufbereitung. Insgesamt 14‘000 Franken Förderbeiträge sagte die Gemeinde im vergangenen Jahr dafür zu. 2010 waren in der Gemeinde 102 Solaranlagen fürs Warmwasser in Betrieb, viermal so viele wie noch 2005. Auch die grösseren Solaranlagen für die Heizungsunterstützung haben sich in dieser Zeit von 6 auf 23 praktisch vervierfacht. Im energiepolitischen Programm hält der Rat auch künftig an den Förderbeiträgen fest. Ein Thema ist auch, die Förderungen auszudehnen. So prüft die Gemeinde, ob künftig auch Photovoltaikanlagen gefördert werden sollen. Dies, weil die Steigerung des erneuerbaren Stromverbrauchs neu als Ziel ins Programm aufgenommen wurde. Bis zur Budgetierung fürs 2012 herrscht darüber Klarheit.

5,7 % erneuerbare Energie
Die Gesamtbilanz aller innerhalb der Gemeinde Uzwil verbrauchten Energie zeigt, dass der Anteil erneuerbarer Energie von 4,6 % im Jahr 2005 auf inzwischen 5,7 % gestiegen ist. In dieses Bild passt auch die Struktur des elektrischen Energieverbrauchs innerhalb der Gemeinde Uzwil. 7,8 % des gesamten von der SAK in der Gemeinde gelieferten Stroms ist Naturstrom.

Wasserkraftwerk in der Felsegg?
Immer wieder ist die Reaktivierung der Wasserkraftanlagen in der Felsegg ein Thema. Fakt ist aber: Nach wie vor liegt kein Gesuch für die Wiederinbetriebnahme der Anlage auf dem Tisch der Gemeinde. Entsprechend konnte die Gemeinde auch noch nicht konkret Stellung nehmen. Vorab nur soviel: Natürlich ist der Gemeinde die nachhaltige Energieproduktion sympathisch. Trotzdem heisst Energiestadt nicht einfach, sämtliche Vorhaben in erneuerbarer Energieproduktion vorbehaltlos zu unterstützen, ohne die Details zu kennen. Interessen- und Güterabwägungen sind auch in diesem Bereich erforderlich. Das Beispiel des Kraftwerkes Felsegg zeigt dies sehr schön. Auch Interessen des Natur- und Landschaftsschutzes sind berührt. In der Felsegg offenbart die Thur wie nur an wenigen Orten ihres Verlaufs eine Naturlandschaft von wilder Schönheit. Der Prallhang des Gigerrains und der Wasserfall sind zwei einzigartige Naturobjekte. Nebst den Aspekten der erneuerbaren Energieproduktion wird in einem allfälligen Gesuch darzulegen sein, dass das Vorhaben für Natur und Landschaft verträglich ist. Ein umfassender fachmännischer Umweltverträglichkeitsbericht müsste dazu vorliegen und objektiv feststellen, dass die Hinderungsgründe für die Wasserkraftnutzung, wie sie der Bundesrat in seinem Beschwerdeentscheid aus dem Jahre 1985 festgestellt hat, nicht mehr bestehen. Es wird deshalb Sache eines allfälligen Projektes sein, aufzuzeigen, dass trotz Energieproduktion etwa der Wasserfall nach wie vor ein Wasserfall bleibt, der diesen Namen verdient. Aus dieser grundsätzlichen Haltung hat die Gemeinde nie ein Geheimnis gemacht.

Umfassender Ansatz
Energiestadt ist ein umfassender Ansatz. Dies schlägt sich im Katalog nieder, an dem die Energiestädte gemessen werden. In sechs grossen Bereichen wird anhand von 87 Themen überprüft, welchen Anteil ihres energiepolitischen Handlungspotenziales die Gemeinden ausschöpfen.

1 Entwicklungsplanung und Raumordnung
Kommunale Entwicklungsplanung / innovative Stadtentwicklung / Bauplanung / Baubewilligungswesen und Baukontrolle

2 Kommunale Gebäude und Anlagen
Energie- und Wassermanagement / Vorbildwirkung und Zielwerte / besondere Massnahmen Elektrizität (Strassenbeleuchtung, Lastmanagement)

3 Versorgung und Entsorgung
Beteiligungen, Kooperationen und Verträge / Produkte, Tarife und Abgaben / Nah- und Fernwärme / Energieeffizienz Wasserversorgung / Energieeffizienz Abwasserreinigung / Tarife Wasserver- und -entsorgung / Energie aus Abfall

4 Mobilität
Mobilitätsmanagement in der Verwaltung / Verkehrsberuhigung und Parkierung (Bewirtschaftung) / nicht motorisierte Mobilität / öffentlicher Verkehr / Mobilitätsmarketing

5 Interne Organisation
interne Strukturen / interne Prozesse / Finanzen, Förderprogramme

6 Kommunikation und Kooperation
externe Kommunikation / Kooperation / Zusammenarbeit / Unterstützung privater Aktivitäten

Vgl. dazu auch im Detail:
http://www.energiestadt.ch/d/joomla/downloads/label/87_Massnahmen_2007.pdf
Dokumente Gemittelte_Energiekennzahl_Warmex.pdf (pdf, 39.5 kB)


Datum der Neuigkeit 31. März 2011